Themen

Norbert KortlükeDie Themen, die in meinem Dezernat anfallen sind umfangreich und an dieser Stelle nicht alle abbildbar. Daher möchte ich mich hier auf Themen beschränken, die zum einen aktuell im Fokus des öffentlichen Interesses und politischen Diskussion stehen und zum anderen in der Arbeit meines Dezernats eine hohe Priorität genießen.

Für weitere Information empfehle ich Ihnen die Seite der Stadt Wetzlar, Bereich „Leben in Wetzlar“ mit den Teilbereichen:

  1. Abfallentsorgung und Straßenreinigung
  2. Friedhöfe und Bestattungswesen
  3. Mobilität und Verkehr
  4. Planen, Bauen und Wohnen
  5. Umwelt und Naturschutz

 

Klimainitiative SolmsWetzlar

Grundlage der Klimainitiative SolmsWetzlar ist das durch die enwag beauftragte Energie-und Klimaschutzkonzept der Städte Aßlar, Leun, Solms und Wetzlar. Während die Kommunen Aßlar und Leun sich nicht entschließen konnten an einer Umsetzung des Konzeptes mitzuwirken, haben sich die Kommunen Solms und Wetzlar in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung verabredet gemeinsam zu handeln. Auf Grundlage von Beschlüssen beider Stadtverordnetenversammlungen wurde zum 01. November 2014 eine durch das Bundesumweltministeriums mit öffentlichen Mitteln zu 85 % geförderte Stelle einer Klimaschutzmanagerin eingerichtet.

Das gemeinsame Klimaschutzkonzept finden Sie hier: 2013-03-27 Endbericht ALSW-final

Nach zwei Jahren intensiver Arbeit wurden durch einen Sachstandbericht die ersten Erfolge des Klimaschutzmanagements der Stadtverordnetenversammlung am 14.12.2016 vorgelegt. Lesen Sie hier, was in den zwei Jahren alles passiert ist: Sachstand 2016

Inzwischen eng verzahnt sind die Initiativen der Städte Solms und Wetzlar mit den Klimaschutzaktivitäten des Lahn-Dill-Kreis. In einem gemeinsamen Internetauftritt http://www.energie-klima-ldk.de informieren die Klimaschutzmanagerin der Klimainitiative SolmsWetzlar und der Klimaschutzmanager des Lahn-Dill Kreis über ihre Aktivitäten.

Um Interessierte an der Nutzung von Photovoltaik oder Solarthermie den Einstieg zu erleichtern, hat das Land Hessen vor einigen Monaten das Solarkataster Hessen veröffentlicht. Hier kann man sich Grundstücksscharf anschauen, ob die eigene Dachfläche für eine Nutzung geeignet ist.

Um die Zusammenarbeit zu allen Fragen der Energiepolitik auf der Ebene des Regierungspräsidium Gießen zu bündeln, gibt es auch auf dieser Ebene eine eigens eingerichtet Homepage. Hier finden Sie z.B. alle Informationen zum Teilregionalplan Energie des Regionalplans Mittelhessen oder Informationen zum Arbeitskreis Energie Mittelhessen, an dem auch die Stadt Wetzlar sich beteiligt: Energieportal Mittelhessen

 

EU Wasserrahmenrichtlinie

Im Jahr 2000 ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie in Kraft getreten – kurz: WRRL. Die wesentlichen Ziele der Wasserrahmenrichtlinie sind, den guten mengenmäßigen und chemischen Zustand des Grundwassers sowie den guten ökologischen und chemischen Zustand der Oberflächengewässer zu erreichen bzw. sicherzustellen. Zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie erarbeiten die Länder Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme, die alle sechs Jahre fortgeschrieben werden müssen. Die aktuelle Bewirtschaftungsperiode des Hessischen Bewirtschaftungsplans und Maßnahmenprogramms läuft von 2015-2021.

Um das Bewirtschaftungsziel des guten ökologischen Zustands zu erreichen, hat das Land Hessen definiert, dass 35 % der Wasserkörper in einen strukturell hochwertigen Zustand versetzt werden sollen.

Die Kommunen sind hierbei insbesondere für die Abwasserbeseitigung und für die Umsetzung von Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung an den Gewässern 2. und 3. Ordnung verantwortlich. Für eine naturnahe Entwicklung benötigen die Bäche und Flüsse ausreichend Flächen. Eingriffe in die Gewässerökosysteme, wie Begradigungen und Ausbau, haben die räumliche Ausdehnung und die natürliche Dynamik der Gewässer jedoch massiv eingeschränkt. Dadurch haben Bäche und Flüsse viele ihrer natürlichen Funktionen, wie bspw. ihren Beitrag zum Hochwasserrückhalt, verloren. Wichtige Voraussetzung für die Erfüllung der natürlichen Funktionen ist folglich, dass den Gewässern wieder genügend Fläche zur eigendynamischen Entwicklung zur Verfügung steht.

Die Wasserrahmenrichtlinie in Wetzlar

Im Hessischen Maßnahmenprogramm werden bestimmte Abschnitte ausgewählter Gewässer genannt, an denen Maßnahmen konkreter zu planen und umzusetzen sind. Zu diesen Gewässern zählen in Wetzlar die Lahn, die Dill, der Blasbach, der Welschbach und der Wetzbach.

Für die Stadt Wetzlar werden im Maßnahmenprogramm die folgenden drei Maßnahmengruppen aufgeführt: „Bereitstellung von Flächen“, „Entwicklung naturnaher Gewässer-, Ufer- und Auenstrukturen“ und „Herstellung der linearen Durchgängigkeit“. Die „Bereitstellung von Flächen“ soll, wie oben erläutert, dazu dienen, dem Gewässer mehr Raum zur eigendynamischen Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Unter „Herstellung der linearen Durchgängigkeit“ versteht man die Beseitigung von Wanderhindernissen im Gewässer, wie z.B. kleinen Abstürzen. Und die Maßnahmengruppe „Entwicklung naturnaher Gewässer-, Ufer- und Auenstrukturen“ fasst alle Maßnahmen zusammen, die zur Verbesserung der Gewässerstruktur beitragen, wie z.B. der Rückbau von Uferbefestigungen, die Wiederherstellung einer natürlichen Gewässersohle und die Reaktivierung der Auen.

Ausführliche Informationen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen sowie den Bewirtschaftungsplan und das Maßnahmenprogramm für den Zeitraum 2015-2021 finden Sie unter:

Naturschutzmaßnahmen der Stadt Wetzlar

Neben den neu eingerichteten Sachgebieten Energie- und Klimaschutz und EU-Wasserrahmenrichtlinie ist das Umweltamt beauftragt konkrete Naturschutzmaßnahmen in der Aue der Lahn umzusetzen. Der Fokus der bisherigen Maßnahmen liegt in der Lahnaue zwischen Garbenheim, Nauheim und Niedergirmes sowie im Bereich Dudenhofen. In den nächsten Jahren soll aber auch der Bereich der Lahnaue im Stadtteil Steindorf stärker in den Fokus genommen werden. Die Stadt strebt dafür eine enge Kooperation mit dem EU- Life Projekt „Living-Lahn“ an.

http://www.lila-livinglahn.de/start/

Entwicklungskonzept der Lahnaue bei Garbenheim

2003 wurde das Konzept zur Biotopentwicklung für die Lahnaue zwischen Garbenheim, Naunheim und Niedergirmes erstellt und von den städtischen Gremien verabschiedet. Das Konzept beinhaltet unter anderem Bewirtschaftungsvorgaben für Landwirte und einzelne Naturschutzmaßnahmen.

Hintergrund des Konzeptes ist der Erhalt und die Entwicklung des auentypischen Charakters mit samt den hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Speziell die Lahnaue in dem Bereich weist Restbestände artenreichen Auengrünlandes sowie stark gefährdete Lebensräume wie Röhrichte, Stillgewässer und Auwälder auf. Auch gefährdete Vogelarten, wie die Schafstelze hat hier immer noch ein bedeutendes Brutvorkommen. Früher vorkommende Arten wie Kiebitz, Grauammer, Braun- und Schwarzkehlchen sind jedoch bereits verschwunden. Darüber hinaus liegt das Konzeptgebiet im Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Auenverbund Lahn-Dill“, dessen Ziele trotz der Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet bislang nicht erreicht wurden.

Umgesetzt wurden bislang die Rekultivierung der ehemaligen Papierverwertungsanlage sowie die Renaturierung der Gartenanlage „Am Taubenstein“. Hier entstanden neue Feuchtlebensräume für Amphibien, wie Grünfrösche, oder für Libellen. Im Jahr 2016 wurden die Maßnahmen zur Entwicklung von Auenwald, Auengrünland und Feuchtlebensräumen im westlichen Konzeptgebiet auf einem rund zehn Hektar großen Gelände (Gemarkung Niedergirmes und Garbenheim) umgesetzt:

  1. Zunächst wurden rund 1.800 Kubikmeter Erde abgetragen und abtransportiert, sodass ein bestehendes Kleingewässer in einem steilen Bombentrichter attraktiver für Amphibien und Libellen gestaltet, sowie einen abgeflachten Bereich für auetypische Flutrasengesellschaften geschaffen wurde.
  2. Um die Entwicklung eines Auwaldes zu initiieren, wurden Bäume und Sträucher gepflanzt.
  3. Das sich bis zum Wirtschaftsweg anschließende Grünland soll durch eine Wildpflanzeneinsaat und eine geänderte Bewirtschaftung wieder artenreicher werden.

Profiteure der Naturschutzprojekte können neben Amphibien und Libellen auch Vogelarten, wie Grünspecht, Schafstelze und seltene Pflanzenarten, wie die Filzige Segge sein. Vielleicht entdecken auch Vogelarten, wie Braunkehlchen und Grauammer die Garbenheimer Aue wieder für sich.

Die Naturschutzmaßnahmen dienen darüber hinaus als Ausgleichsmaßnahmen oder auch als vorlaufende Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft an anderer Stelle, wie zum Beispiel für Bebauungspläne.

Projekt Lahnschlinge bei Dutenhofen

Zu den bedrohten Lebensräumen Mitteleuropas zählen Flussauen, also Flüsse mit ihren natürlichen Überflutungsgebieten wie zum Beispiel die Lahnaue bei Dutenhofen. Durch Eingriffe des Menschen in die Natur sind immer mehr Auen-Lebensräume in ihrem Bestand gefährdet, und die dort lebenden Pflanzen und Tiere geraten auf die Rote Liste der gefährdeten Arten, die dann einem besonderen oder strengen Schutz unterliegen. Besonders wertvoll in dem knapp 22 Hektar großen Projektgebiet sind die noch kleinräumig vorhandenen auetypischen Lebensräume wie Weichholzauewaldreste oder Röhrichte und das Gewässer selbst mit seinen Säumen und Altarmresten.

Begradigung und Kanalisation der Lahn, intensive landwirtschaftliche Nutzung, die Auskiesung der Lahnauen und weitere Veränderungen beeinträchtigten die Lebensräume an der Lahn im heutigen Naturschutz-, Vogelschutz- und Landschaftsschutzgebiet erheblich.

All diese Maßnahmen führten nicht nur zur bloßen Zerstörung der Auenvegetation, sondern auch zur daraus resultierenden Erlöschung von Populationen und Lebensgemeinschaften der Tiere. Störche, welche noch vor gut 20 Jahren in Atzbach brüteten, hatten nach und nach nur noch ein mangelhaftes Nahrungsangebot, welches für ihre Brut nicht mehr ausreichte.

Um gefährdete Arten und auetypische Strukturen zu erhalten, vor weiterer Beeinträchtigung zu schützen und weiterzuentwickeln, wurde das Projekt „Lahnschlinge bei Dutenhofen“ ins Leben gerufen. In Kooperation mit der Naturlandstiftung Hessen e. V., Kreisverband Lahn-Dill, setzt die Stadt Wetzlar dieses Entwicklungskonzept nach und nach um. Es ist die umfangreichste Naturschutzmaßnahme, die die Stadt Wetzlar derzeit durchführt. Sie erfolgt in vier Abschnitten: 2011 wurde bereits der nordwestliche Bereich inklusive eines Altarms der Lahn renaturiert. In 2015 waren im zweiten Abschnitt eine 9.000 Quadratmeter große Ackerfläche und ein Auwaldrest südöstlich vom ersten Abschnitt dran. Die Verwirklichung des dritte Abschnitt ist für das Jahr 2017 geplant.

Durch Abtragung von insgesamt 8.000 Kubikmeter Erde soll das Gelände wieder näher ans Grundwasser herangeführt werden, damit sich ein auetypisches Biotop entwickeln kann. So sollen sich Amphibien und Reptilien wie der Kammmolch und die Ringelnatter in Flachwasserzonen und Stillgewässern ansiedeln. Auch für Vogelarten wie Eisvogel, Rohrammer, Teichrohrsänger, Weißstorch, Kleinspecht und Pirol sollen die Lebensbedingungen verbessert werden. Weiterhin werden standortgerechte Bäume gepflanzt: Stieleichen, Winterlinde und Schwarzpappeln. Weidewirtschaft wird auf der Fläche auch künftig möglich sein. Im Einklang mit dem Naturschutz sollen dort Rinder grasen. Die Grünlandflächen dürfen allerdings nicht gedüngt werden.

Naunheimer Unterweide

Im Jahr 2017 sollen auch die ersten Schritte des Projektes Naunheimer Unterweide verwirklicht werden. Auch hier handelt es sich um die Renaturierung eines Altarms der Lahn. Über den Fortgang der Projekte werde ich Ihnen regelmäßig berichten.