Erfolgreich teilgenommen, dank vieler Helfer

Keine Wochen der Entbehrung

Auch Stars müssen strampeln. In Wetzlar tun sie es gern. Inga Boeck und Peter Fuess sind bei Wetzlars dritter Teilnahme am Stadtradeln als Stadtradelstars aktiv und sollen in dieser Funktion besonders fürs Radfahren werden und sich in Verzicht üben: Während alle anderen Stadtradler möglichst viele Kilometer im Sattel schaffen sollen, müssen Boeck und Fuess das: Die Stars dürfen im dreiwöchigen Aktionsraum nicht mit dem Auto fahren. Was ihnen aber keine Angst macht: „Das sind keine drei Wochen der Entbehrung. Sondern drei Wochen, in denen man an Lebensqualität gewinnt. Ich möchte zeigen, dass der Verzicht aufs Auto ein Lebensmodell ist“, sagte Boeck bei der Auftaktpressekonferenz zur Aktion am Donnerstag im Rathaus.

Tour am 9. Juni von Gießen nach Wetzlar, Aktionstag „Wetzlar radelt“ im Stadion am 11. Juni

Dort riefen auch Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) und Stadtrat Norbert Kortlüke (Grüne) zur Teilnahme auf. Denn beim Stadtradeln aktiv sein, Kilometer für Wetzlar sammeln und etwas für die eigene Fitness tun kann jeder: Nach einer Registrierung im Internet (stadtradeln.de) wählen sich Teilnehmer in ein Team ein oder gründen ein neues. Registrierte Teilnehmer können jeden im Aktionszeitraum gefahrenen Kilometer online eintragen – am Ende der Aktion wird damit errechnet, wie fahrradaktiv Wetzlar ist. 2016 brachten es 770 Stadtradler auf 101 881 Kilometer. Auch in diesem Jahr beteiligen sich über 500 deutsche Städte am Stadtradeln – viele Kilometer bedeuten einen Platz weit oben.

Besonders sind in diesem Jahr zwei Dinge: Zum einen gibt es am 9. Juni eine Radtour von Gießen nach Wetzlar durch die Lahnaue. Der Termin ist bewusst gewählt, weil in Gießen am 9. Juni das Stadtradeln endet, in Wetzlar beginnt. Die Tour ist also eine Art Staffelstabübergabe.

Zudem findet am 11. Juni der Aktionstag „Wetzlar radelt“ im Stadion statt. Hier dreht sich alles ums Rad, es gibt Stände, Essen, Trinken und Musik und drei Radtouren verschiedener Länge für verschiedene Zielgruppen.

Wie immer werden unter den Teilnehmern des Stadtradelns Preise verlost. So werden bundesweit die fahrradaktivsten Städte prämiert, auf lokaler Ebene belohnt die Stadt Wetzlar besonders aktive Radler – so erhält die Schulklasse mit den meisten Kilometern einen Zuschuss für die Klassenkasse und wird ins Kletterzentrum eingeladen. Das Team mit den meisten Kilometern bekommt Freikarten für ein Spiel des RSV Lahn-Dill. Auf die drei Stadtradler mit den meisten Kilometern warten Einkaufsgutscheine beim – wo sonst – Fahrradhändler. Wer die meisten Kilometer fährt, wird Stadtradelkönig.

Erstmals gibt es zum Stadtradeln 2017 in Wetzlar eine Facebook-Seite. Denn vor allem junge Leute will die Stadt zur Teilnahme motivieren. Geprüft werden soll zudem eine Werbung in den Stadtbussen, da ÖPNV-Nutzer gemeinhin als radaffin gelten. Übrigens findet das Stadtradeln dieses Jahr zum 10. Mal statt. Und: Das Fahrrad wird 200 Jahre alt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld