Ein Wetzlarer Ur-Apfel kehrt zurück

17.11.2016 – (–) Greifen für einen heimischen Apfelbaum zum Spaten, v.l. die Pomologen Steffen Kahl und Klaus Spieler (Mitte), Nabu-Vertreter Bernhard Feth und Hartmut Mai sowie Umweltdezernent Norbert Kortlüke

Die alte Wetzlarer Apfelsorte „Hartapfel“ schlägt seit dem 15. November wieder auf dem Wetzlarer Weinberg Wurzeln.

Umweltdezernent Norbert Kortlüke (B‘90/ Die Grünen), Vertreter von Naturschutzbund und Pomologen-Verein pflanzten ein Jungbaum der Sorte, die zur „Hessischen Lokalsorte 2017“ gekürt wurde. Mit der Aktion „Hessische Lokalsorte des Jahres“ möchte die hessische Pomologen-Vereinigung die regionale Vielfalt an alten Obstsorten fördern. Der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandene Hartapfel war in Wetzlar auch als „Eckbepler“ bekannt. 1919 wurde der Apfel in dem Handbuch „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ als gute Marktfrucht zum Anbau empfohlen. Das Fruchtfleisch des Hartapfels ist mittelfest bis locker, etwas mürbe, saftig, weinsäuerlich. Der Name bezieht sich nicht auf die Frucht, sondern auf das harte Stammholz. Berichten zufolge eignet sich der Hartapfel besonders für Kompott und Kuchenbelag und ist auch zur Saft- und Weinbereitung gut geeignet.
Kortlüke warb dafür, dass auch Privatleute diese alte heimische Sorte wieder anbauen. Um die Sorte dauerhaft zu erhalten, seien 50 bis 60 Bäume in Wetzlar notwendig.
Seit 2002 wurden 184 Obstbäume auf dem Weinberg gepflanzt. Hinzu kommen rund 340 alte Obstbäume. Die Früchte können nach Abstimmung mit den Betreuer des Naturgebietes, Bernhard Feth, von Jedermann geerntet werden. Allerdings darf das Gebiet nicht mit dem Auto befahren werden.

 

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